Vonitra perrieri: Ein umfassender Anbauleitfaden für Liebhaber und Sammler.
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Vonitra perrieri
1. Einleitung
Lebensraum und Verbreitung
Vonitra perrieri ist im Nordosten Madagaskars endemisch und kommt nur in den feuchten Wäldern der Masoala-Halbinsel und angrenzenden Gebieten vor. Diese äußerst seltene Palme kommt in primären Tiefland- und Mittelgebirgsregenwäldern in Höhenlagen zwischen 50 und 800 Metern vor. Sie bevorzugt steile Hänge, Bergrücken und gut durchlässige Böden im Unterholz. Vonitra perrieri ist in weniger als zehn Populationen bekannt, die alle in einem Umkreis von etwa 200 Quadratkilometern vorkommen. Damit ist sie eine der geografisch am stärksten verbreiteten Palmenarten Madagaskars.
Heimatkontinent
Madagaskar – Ausschließlich im Nordosten der Insel endemisch, insbesondere auf der Masoala-Halbinsel und den unmittelbar angrenzenden Gebieten, stellt sie eine der am stärksten verbreitungsbeschränkten Palmenarten in Madagaskars vielfältiger Palmenflora dar.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Königreich: Plantae
- Klade: Tracheophyten
- Klade: Angiospermen
- Klade: Monokotyledonen
- Klade: Commeliniden
- Ordnung: Arecales
- Familie: Arecaceae (Palmae)
- Unterfamilie: Arecoideae
- Stamm: Areceae
- Untertribus: Verschaffeltiinae
- Gattung: Vonitra
- Art: V. perrieri
- Binomialname: Vonitra perrieri Jum.
- Autorität: Jumelle, 1933
Synonyme
- Vonitra loucoubensis auct. non Jum. (falsch verwendeter Name)
- Dypsis perrieri (Jum.) Beentje & J.Dransf. (ungültige Kombination)
- Vonitra utilis var. perrieri (Jum.) H.Perrier (ungültig)
Gebräuchliche Namen
- Englisch: Perriers Vonitra-Palme, Masoala Vonitra
- Französisch: Palmier de Perrier, Vonitra de Perrier
- Madagassisch: Vonitra-Fotsy, Sindo, Hovitra-Hauptsächlich
- Lokale Namen: Im Betsimisaraka-Dialekt unter verschiedenen Namen bekannt
Globale Expansion
Vonitra perrieri ist außerhalb Madagaskars in Kultur praktisch unbekannt:
- Botanische Gärten: Weltweit in weniger als 5 Einrichtungen vertreten
- Konservierungssammlungen: Teil wichtiger Ex-situ-Konservierungsprogramme
- Privatsammlungen: Äußerst selten, nur für spezialisierte Sammler
- Forschungseinrichtungen: In Madagaskar unterhaltene Palmenschutzprojekte
- Gewerblicher Handel: Nicht im regulären Gartenbauhandel erhältlich
Die extreme Seltenheit der Art in der Kultivierung ist auf ihre erst kürzlich erfolgte wissenschaftliche Anerkennung, die sehr begrenzten Wildpopulationen und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung keimfähiger Samen zurückzuführen.
2. Biologie und Physiologie
Morphologie
Stamm/Stamm: Vonitra perrieri entwickelt einen einzelnen, schlanken Stamm, der 10–15 Meter hoch (manchmal bis zu 18 Meter) und einen Durchmesser von 8–12 cm erreicht. Der Stamm ist auffallend gerade und säulenförmig, graubraun gefärbt und mit eng beieinander liegenden Ringnarben von abgefallenen Blättern versehen. Junge Palmen behalten ihre Blattbasen mehrere Jahre lang, wodurch eine leicht raue Textur entsteht. Der obere Stamm entwickelt einen charakteristischen hellgrünen bis gelblichen Kronenschaft von 80–100 cm Länge, der aus eng überlappenden Blattscheiden besteht.
Blätter: Die Krone besteht aus 5–8 gefiederten Blättern, jedes 2–3 Meter lang, in einer auffällig kompakten, aufrechten Anordnung. Der Blattstiel ist kurz (30–40 cm) und mit dunkelbraunen bis schwarzen Schuppen bedeckt. Die Rhachis trägt 25–35 Paare regelmäßig angeordneter Blättchen in einer Ebene. Die einzelnen Blättchen sind 45–60 cm lang und 5–7 cm breit und zeichnen sich durch ihre dicke, ledrige Textur und ihre dunkelgrüne Farbe mit einer leicht bläulichen Beschichtung auf der Unterseite aus. Neue Blätter wachsen fast senkrecht, bevor sie sich allmählich wölben.
Blütensystem: Die Art ist monözisch mit infrafoliaren Blütenständen, die unterhalb des Kronenschafts entstehen. Die Blütenstände sind in zwei Ordnungen verzweigt und mit 40–60 cm relativ kurz. Der Blütenstiel ist kräftig, 10–15 cm lang, mit einem einzelnen, abfallenden Vorblatt. Die Rachillen sind dick und nur wenige vorhanden (15–25). Die Blüten sind in Dreiergruppen in der proximalen Hälfte der Rachillen angeordnet, mit paarigen oder einzelnen männlichen Blüten distal. Männliche Blüten haben 12–15 Staubblätter, ungewöhnlich viele für die Gattung. Weibliche Blüten haben einen charakteristischen violett gefärbten Fruchtknoten.
Lebenszyklus
- Keimphase: 4-8 Monate
- Etablierung der Sämlinge: 1–2 Jahre
- Jugendphase: 3-6 Jahre
- Subadulte Phase: 6-10 Jahre
- Erste Blüte: 10–12 Jahre nach der Aussaat
- Höchste Reproduktionsdauer: 15–40 Jahre
- Geschätzte Lebensdauer: 80-100 Jahre
Klimaanpassungen
- Temperaturvorliebe: 22-28°C optimal
- Temperaturtoleranz: 15–32 °C
- Feuchtigkeitsanforderungen: 80-95 % relative Luftfeuchtigkeit
- Niederschlagsbedarf: 2.000–3.500 mm jährlich
- Windempfindlichkeit: Hoch, erfordert Schutz
- Höhenbereich: Angepasst an 50–800 m Höhe
3. Reproduktion und Vermehrung
Samenvermehrung
Samenmorphologie und -diversität: Die Samen sind ellipsoid bis eiförmig und mit 15–18 mm Länge und 10–12 mm Durchmesser relativ groß. Die Samenschale ist dick und hart und im reifen Zustand dunkelbraun bis schwarz. Das Endosperm ist homogen, sehr hart und elfenbeinweiß. Der Embryo ist basal und relativ klein. Die Samen haben einen hohen Ölgehalt (40–45 %). Aufgrund der geringen Populationsgröße in der freien Natur ist die genetische Diversität begrenzt.
Samensammlung und Keimfähigkeitsprüfung:
- Ernten Sie, wenn die Früchte eine tiefviolett-schwarze Farbe annehmen
- Extrem kurze Haltbarkeit: maximal 2-3 Wochen
- Sofort nach der Entnahme verarbeiten
- Lebensfähigkeitsindikatoren: Festes Endosperm, kein Gärungsgeruch
- Lagerung: Nicht empfohlen; sofort säen
Behandlungen vor der Keimung:
Skarifizierung:
- Samenschale am spitzen Ende feilen
- Mit einem scharfen Messer vorsichtig einschneiden
- 5 Minuten in heißem Wasser (60°C) einweichen, dann abkühlen lassen
Einweichen:
- 72 Stunden in warmem Wasser (30 °C) einweichen
- Wasser alle 12 Stunden wechseln
- Fungizid zum letzten Einweichen hinzufügen
Schritt-für-Schritt-Keimungstechniken:
- Dringende Bearbeitung: Reinigung innerhalb von 24 Stunden nach Abholung
- Skarifizierung: Samenschale feilen, bis Endosperm sichtbar ist
- Einweichen: 72 Stunden mit Wasserwechsel
- Medium: 40 % Sphagnum, 30 % Perlit, 20 % Kokosfaser, 10 % Holzkohle
- Behälter: Tiefe Einzeltöpfe (mindestens 20 cm)
- Pflanzung: 2 cm tief, vertikutiertes Ende nach oben
- Temperatur: Konstante 28-30°C erforderlich
- Luftfeuchtigkeit: 90–95 % unter versiegelter Abdeckung
- Licht: Zunächst vollständiger Schatten
- Feuchtigkeit: Ständig feucht, nie trocken
- Fungizid: Vorbeugende Anwendung wöchentlich
Keimungsschwierigkeit: Schwierig bis sehr schwierig
- Erfolgsquote: 30-50 % unter optimalen Bedingungen
- Größte Herausforderungen: Kurze Lebensfähigkeit, spezifische Temperaturanforderungen, Pilzprobleme
Keimzeit:
- Erstes Auftreten: 3-6 Monate
- Vollständige Keimung: 6-8 Monate
- Manche Samen brauchen bis zu 12 Monate
Pflege und frühe Entwicklung der Sämlinge:
- Halten Sie im ersten Jahr eine Luftfeuchtigkeit von 90 % aufrecht
- Keine Düngung in den ersten 3 Monaten
- Beginnen Sie mit 1/8 Dünger
- 18 Monate im tiefen Schatten aufbewahren
- Extrem langsames anfängliches Wachstum
- Hohe Sterblichkeit im ersten Jahr (40–50 %)
Fortgeschrittene Keimungstechniken
Hormonelle Behandlungen:
- GA3 bei 1000 ppm ist wichtig für die Beendigung der Ruhephase
- 48-stündiges Einweichen in Hormonlösung
- Kombination GA3 + NAA zeigt beste Ergebnisse
- Rauchwasseraufbereitung vorteilhaft
Embryokultur:
- Letzte Rettung für wertvolles Saatgut
- Erfordert Laborbedingungen
- Erfolgsquote: 60-70% mit Expertise
4. Anbauanforderungen
Lichtanforderungen
Artspezifische Lichttoleranz:
- Jungpflanzen (0-3 Jahre): 80-90 % Schatten zwingend
- Jungtiere (3–6 Jahre): 70–80 % Schatten
- Subadulte (6–10 Jahre): 60–70 % Schatten
- Erwachsene (10+ Jahre): 50–60 % Schatten
- **Verträgt in keinem Alter direkte Sonne
Saisonales Lichtmanagement:
- Gleichmäßiger Schatten das ganze Jahr über
- Keine saisonalen Schwankungen toleriert
- Tiefer Schatten während der Etablierung
Künstliche Beleuchtung für den Indoor-Anbau:
- 50-150 μmol/m²/s maximal
- 10-12 Stunden Photoperiode
- Kaltweiße Leuchtstoffröhre ausreichend
- Halten Sie die Lichter mindestens 150 cm vom Laub entfernt
Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement
Optimale Temperaturbereiche:
- Tagesoptimum: 24–27 °C (75–81 °F)
- Nachtoptimum: 20–23 °C (68–73 °F)
- Absolutes Minimum: 15 °C (59 °F)
- Maximale Toleranz: 32 °C (90 °F)
Kältetoleranz und Winterhärte:
- Winterhärtezone: Nur USDA 11-12
- Kälteschäden: Unter 15°C
- Kälteempfindlichkeit: Hoch
- Frosttoleranz: Keine, sofort tödlich
Feuchtigkeitsanforderungen:
- Optimal: 85–95 % konstant
- Mindestüberleben: 75 %
- Überlebenskritisch: Nie unter 70 %
- Umbau unabdingbar: Mehrere Feuchtigkeitsquellen
Boden und Ernährung
Ideale Bodenzusammensetzung:
- Mischung: 30 % Lauberde, 25 % Kokosfaser, 20 % Perlit, 15 % Orchideenrinde, 10 % Holzkohle
- pH-Wert-Bedarf: 5,5–6,0 (sauer)
- Organische Substanz: mindestens 20–25 %
- Textur: Leicht, luftig, schnell abtropfend
Nährstoffbedarf:
- Sämlinge: In den ersten 3 Monaten kein Dünger
- Junge Pflanzen: 20-10-10 bei 1/4 Stärke monatlich
- Etablierte Pflanzen: 15-5-10 bei halber Stärke
- Häufigkeit: Alle 2 Wochen in der Wachstumsperiode
- Winter: Reduzierung auf monatlich
Organische vs. synthetische Düngung:
- Bio stark bevorzugt
- Komposttee wöchentlich in der Saison
- Fisch-Emulsion monatlich
- Vermeiden Sie Salzablagerungen
Mikronährstoffmanagement:
- Eisenchelat monatlich (saure Formulierung)
- Magnesiumsulfat alle zwei Monate
- Mangan ist wichtig für die Gesundheit
- Vollständige Spurenelemente vierteljährlich
Wassermanagement
Bewässerungsanforderungen:
- Häufigkeit: Tägliches Besprühen, alle 2 Tage gießen
- Konsistenz: Niemals trocknen lassen
- Volumen: Mäßig, Staunässe vermeiden
- Methode: Sanfte Überkopfbewässerung
Trockenheitstoleranz:
- Im Wesentlichen keine
- Dauerhafte Schäden durch kurze Dürre
- Kann sich von starkem Wasserstress nicht erholen
Wasserqualität:
- pH: 5,5-6,5 erforderlich
- Salzgehalt: <300 ppm TDS
- Quelle: Regenwasser oder RO-Wasser bevorzugt
- Temperatur: Immer lauwarm bis warm
Entwässerungsanforderungen:
- Außergewöhnliche Entwässerung obligatorisch
- mindestens 30 % Drainagematerial
- Erhöhte Bepflanzung unerlässlich
- Keine Toleranz gegenüber stehendem Wasser
5. Krankheiten und Schädlinge
Häufige Probleme
- Hohe Sterblichkeitsrate: Besonders bei Sämlingen
- Langsames Wachstum: Normal, aber besorgniserregend
- Feuchtigkeitsstress: Braune Spitzen, Blattschäden
- Wurzelprobleme: Durch Überwässerung oder schlechte Drainage
Krankheitsidentifizierung
Pilzkrankheiten:
- Phytophthora: Tödliche Wurzel- und Kronenfäule
- Cylindrocladium: Blattflecken und Blattfäule
- Pestalotiopsis: Blattspitzenbrand und Blattflecken
- Anthraknose: Schwarze Flecken auf Blättern
Bakterielle Erkrankungen:
- Erwinia: Weichfäule der Krone
- Xanthomonas: Blattstreifen
Schädlingsidentifizierung
Häufige Schädlinge:
- Schildläuse: Starker Befall häufig
- Wollläuse: In Krone und Blattbasen
- Spinnmilben: Bei geringer Luftfeuchtigkeit
- Thripse: Blattversilberung
- Trauermücken: In ständig feuchter Erde
Schutzmethoden
Umwelt:
- Sorgen Sie gewissenhaft für optimale Bedingungen
- Alle neuen Pflanzen unter Quarantäne stellen
- Sterilisieren Sie alle Werkzeuge und Töpfe
- Entfernen Sie infiziertes Material sofort
- Erhöhen Sie die Luftzirkulation
Chemisch:
- Vorbeugendes Fungizidprogramm unerlässlich
- Systemische Fungizide monatlich
- Gartenbauöl für Schuppen
- Insektizide Seife für Weichkörperschädlinge
- Wechseln Sie die Chemikalien, um Resistenzen vorzubeugen
6. Palmenanbau im Innenbereich
Spezifische Pflege im Innenbereich
Kritische Anforderungen:
- Eigener Anbaubereich mit Umweltkontrolle
- Feuchtekammer oder Gewächshaus empfohlen
- Stabile Temperaturen das ganze Jahr über
- Schutz vor Zugluft unbedingt erforderlich
Behälterspezifikationen:
- Terrakotta-Töpfe für Atmungsaktivität
- Mindestens 40 cm Durchmesser bei ausgewachsenen Pflanzen
- Außergewöhnliche Drainageschicht erforderlich
- Jährliches Umtopfen junger Pflanzen
Umweltkontrolle:
- Luftbefeuchter läuft ständig
- Temperaturüberwachung unerlässlich
- Luftzirkulation ohne Zugluft
- Schattentuch auch im Innenbereich
Umpflanzverfahren
- Zeitpunkt: Nur im späten Frühjahr
- Vorbereitung: Neues Medium vorbefeuchten
- Handhabung: Äußerste Vorsicht bei Wurzeln
- Wurzelinspektion: Nur abgestorbenes Gewebe entfernen
- Pflanzung: Genau gleiche Tiefe
- Nachsorge: Feuchtigkeitszelt für 1 Monat
- Erholung: Sehr langsam, Geduld erforderlich
Überwintern von Zimmerpalmen
- Absolutes Minimum 18 °C (64 °F)
- Trotz Heizung hohe Luftfeuchtigkeit halten
- Gießen etwas reduzieren
- Keine Düngung November-Februar
- Überwachen Sie ständig auf Stress
- Zusätzliche Feuchtigkeit kritisch
- Von Wärmequellen fernhalten
7. Landschafts- und Freilandanbau
Designanwendungen
- Naturschutzgärten: Arten, die vorrangig erhalten werden sollen
- Spezialsammlungen: Herzstück seltener Palmensammlungen
- Regenwaldgärten: Authentische Nachbildung des Waldes Madagaskar
- Forschungssammlungen: Wichtig für die botanische Forschung
- Geschützte Innenhöfe: Nur in geeigneten Klimazonen
Standortauswahl
- Vollständiger Windschutz obligatorisch
- Tiefer Schatten durch Baumkronen
- Mikroklima mit hoher Luftfeuchtigkeit
- Perfekte Drainage unerlässlich
- Schutz vor extremen Temperaturen
- Abseits vom Fußgängerverkehr
8. Anbaustrategien für kaltes Klima
Bewertung der Kälteresistenz
Temperaturbeschränkungen:
- Optimales Wachstum: nur 24-27°C
- Wachstum minimal: Unter 20°C
- Stress beginnt: Unter 18°C
- Schaden tritt auf: Unter 15°C
- Tod: Unter 12 °C
Winterschutzsysteme
Einzige praktikable Indoor-Option:
- Beheiztes Gewächshaus obligatorisch
- Mindestens 18°C konstant
- Feuchtigkeitskontrolle unerlässlich
- Keine Outdoor-Optionen in gemäßigten Zonen
Kontrollierte Umgebung:
- Spezielles Palmenhaus ideal
- Erforderliche Umweltkontrollen
- Backup-Heizsysteme
- Notfallprotokolle für Stromausfall
Spezifikationen der Winterhärtezonen
- Zone 12: Außenbereich mit Schutz
- Zone 11: Gewächshausanbau
- Zone 10 und darunter: Nur beheiztes Gewächshaus
Winterschutzmaterialien
Nur für Randgebiete der Zone 11:
- Komplette Einhausung erforderlich
- Doppelwandiges Gewächshaus aus Kunststoff
- Zusatzheizung obligatorisch
- Feuchtigkeitserhaltungssysteme
- Temperaturalarme unerlässlich
Etablierung und Pflege in Landschaften
Pflanztechniken für den Erfolg
Standortvorbereitung (nur tropische Gebiete):
- Kronenbeurteilung für dauerhaften Schatten
- Installation des Entwässerungssystems
- Bodenersatz mit individueller Mischung
- Mikroklimabewertung
- Windschutzkonstruktionen
Pflanzprotokoll:
- Zeitpunkt nur während der Regenzeit
- Breites, flaches Loch ausheben
- Drainageschicht einbauen
- Individuelle Bodenmischung im gesamten Gebäude
- Hoch pflanzen für eine bessere Drainage
- Sofortige Farbstruktur
- Feuchtigkeitserhaltungssystem
- Schutzbarrieren
Langfristige Wartungspläne
Tägliche Aufgaben:
- Feuchtigkeitsüberwachung
- Temperaturkontrolle
- Feuchtigkeitsbewertung
- Bei Bedarf besprühen
Wöchentliche Aufgaben:
- Umfassender Gesundheitscheck
- Schädlingsinspektion
- Düngemittelanwendung (Saison)
- Reinigen Sie heruntergefallene Trümmer
Monatliche Aufgaben:
- Wachstumsdokumentation
- Bodenuntersuchungen
- Mikronährstoffanwendung
- Fotografie für Aufzeichnungen
Jährliche Aufgaben:
- Kompletter Bodenaustausch (Container)
- Support-Systemwartung
- Kronenmanagement oben
- Berichterstattung zum Erhaltungszustand
Besondere Überlegungen:
- Dokumentieren Sie alle Aspekte zur Erhaltung
- Sammeln Sie Samen, wenn verfügbar
- Vermehrungsmaterial teilen
- Nehmen Sie an Naturschutzprogrammen teil
Abschließende Zusammenfassung
Vonitra perrieri ist eine der seltensten und am schwierigsten zu kultivierenden Palmen Madagaskars. Es gibt weniger als zehn bekannte Wildpopulationen und weltweit wird sie praktisch nicht kultiviert. Diese vom Aussterben bedrohte Art erfordert eine exakte Nachbildung der Bedingungen ihres ursprünglichen Regenwalds im Nordosten Madagaskars: konstante Temperaturen (24–27 °C), außergewöhnliche Luftfeuchtigkeit (85–95 %), tiefen Schatten während der gesamten Lebensdauer und saure, perfekt entwässernde Böden mit hohem organischen Anteil.
Die Art stellt extreme Herausforderungen im Anbau dar und gehört daher eindeutig in die Kategorie der Palmen, die nur Experten vorbehalten sind. Ihre Ansprüche sind unveränderlich: Jede Abweichung von optimalen Bedingungen führt typischerweise zum Verfall oder Tod der Pflanzen. Die Kombination aus kurzer Samenlebensdauer (2–3 Wochen), schwieriger Keimung (30–50 % Erfolgsquote), langsamem Wachstum und hohen Umweltanforderungen macht diese Palme zu einer der anspruchsvollsten Anzucht- und Pflegepalmen.
Entscheidende Faktoren für den Erfolg sind eine Luftfeuchtigkeit von konstant über 85 % (niemals unter 75 %), ausreichend Schatten auch für ausgewachsene Exemplare, eine Temperatur von nie unter 15 °C, saurer Boden (pH 5,5–6,0) mit hervorragender Drainage und die Umsetzung präventiver Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung. Die Art verträgt in keiner Wachstumsphase Trockenheit, Kälte, direkte Sonneneinstrahlung oder niedrige Luftfeuchtigkeit.
Die Vermehrung erfordert eine sofortige Saatgutaufbereitung und Aussaat. Die Keimung dauert unter optimalen Bedingungen 3–8 Monate. Selbst bei optimaler Pflege kommt es im ersten Jahr häufig zu Keimlingssterblichkeiten von 40–50 %. Für eine akzeptable Keimrate ist die Gabe von 1000 ppm GA3-Hormon nahezu unerlässlich.
Der Indoor-Anbau in kontrollierten Umgebungen ist die einzige praktikable Option außerhalb tropischer Zonen und erfordert spezielle Anbauräume mit vollständiger Umweltkontrolle. Selbst in geeigneten Freilandklimazonen (USDA-Zonen 11-12) benötigt die Palme sorgfältig ausgewählte Standorte mit dauerhaftem Schatten, Windschutz und konstant hoher Luftfeuchtigkeit.
Die Bedeutung von Vonitra perrieri für den Artenschutz kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Aufgrund ihrer extrem begrenzten Verbreitung in freier Wildbahn und ihres Status als vom Aussterben bedroht trägt jedes kultivierte Exemplar zum Ex-situ-Erhalt bei. Erfolgreiche Züchter sollten an Artenschutzprogrammen teilnehmen, ihre Erfahrungen dokumentieren und Vermehrungsmaterial, sofern verfügbar, weitergeben.
Diese Palme wird nur erfahrenen Züchtern mit entsprechenden Einrichtungen empfohlen, die sich zu kompromissloser Pflege verpflichten können. Erfolgreiche Züchter erhalten eine der seltensten Palmen der Erde und tragen zum Erhalt der einzigartigen Artenvielfalt Madagaskars bei. Die Art gilt als Aushängeschild für den Palmenschutz und veranschaulicht die Herausforderungen und die Bedeutung des Schutzes eng endemischer Arten, die vom Lebensraumverlust bedroht sind.
Botanischen Einrichtungen und ernsthaften Sammlern, die bereit sind, ihren Ansprüchen gerecht zu werden, bietet Vonitra perrieri die Möglichkeit, mit einer der exklusivsten Palmenarten zu arbeiten und gleichzeitig einen sinnvollen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Ihre elegante Form, ihre unverwechselbaren Eigenschaften und ihre extreme Seltenheit machen sie zu einem Kronjuwel jeder Palmensammlung, das jedoch unermüdliches Engagement erfordert, um sie erfolgreich zu pflegen.