Hyophorbe amaricaulis: A comprehensive Growing Guide for Enthusiasts & Collectors.
Teilen
Hyophorbe amaricaulis
1. Einleitung
Lebensraum und Verbreitung, Heimatkontinent: Hyophorbe amaricaulis war auf Mauritius auf den Maskarenen im Indischen Ozean endemisch. Diese Palme bewohnte die Küstentiefländer der Leeseite der Insel und wuchs in trockenen Küstenwäldern auf Korallensand und verwitterten Basaltböden. Historischen Aufzeichnungen zufolge wuchs sie in der Nähe von Tamarin und Flic-en-Flac an der Westküste, in Gebieten mit 800–1.200 mm Jahresniederschlag. Die Art bewohnte eine Übergangszone zwischen Strandvegetation und trockenem Wald im Landesinneren, in Höhen vom Meeresspiegel bis zu etwa 50 Metern.
Taxonomische Klassifizierung und wissenschaftliche Klassifizierung Reich: Pflanzen Klade: Tracheophyten Klade: Bedecktsamer Klade: Monokotyledonen Klade: Commeliniden Ordnung: Arecales Familie: Arecaceae Unterfamilie: Arecoideae Tribus: Chamaedoreae Untertribus: Hyophorbeae Gattung: Hyophorbe Art: H. amaricaulis Binomialname: Hyophorbe amaricaulis Mart.
Synonyme
- Sublimia amaricaulis (Mart.) Comm. ex Mart.
- Areca speciosa var. amaricaulis
Gebräuchliche Namen
- Palmiste Amer (Französisch/Mauritisches Kreolisch)
- Bitterstammpalme
- Mauritius Bitterpalme
- Gelbe Flaschenpalme (fälschlicherweise)
Verbreitung dieser Palme weltweit: Hyophorbe amaricaulis gilt in freier Wildbahn und in Kultur als ausgestorben. Das letzte bestätigte wilde Exemplar starb in den 1940er- und 1950er-Jahren. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Art in botanischen Gärten auf Mauritius kultiviert. Trotz unbestätigter Berichte existieren weltweit keine verifizierten Exemplare in Sammlungen. Samen wurden während der Existenz der Art nie international verbreitet. Jüngste Berichte über Kultivierungen sind Fehlidentifizierungen anderer Hyophorbe-Arten. Die Art stellt eine der ersten dokumentierten Palmenaussterben der Neuzeit dar.
2. Biologie und Physiologie
Morphologie (basierend auf historischen Beschreibungen und Herbarbelegen) Stamm: Der einzelne Stamm soll 6–8 Meter hoch werden und weist eine charakteristische flaschenförmige Verdickung auf, die im unteren Drittel am stärksten ausgeprägt ist. Der Durchmesser variierte an der breitesten Stelle zwischen 30–40 cm und verjüngte sich auf 15–20 cm. Die Rinde ist graubraun mit dicht beieinander liegenden Ringnarben. Der bittere Saft, der der Art ihren Namen gab, soll gelblich gefärbt sein.
Blätter: Die Krone besteht aus 8–12 gefiederten Blättern, jedes 2–2,5 Meter lang. Die Blätter sind stark gewölbt und haben eine gedrehte Rhachis. Pro Blatt befinden sich ca. 80–100 Fiederblättchen, unregelmäßig angeordnet. Die Fiederblättchen sind angeblich blaugrün mit wachsartigem Überzug und an die Küstenbedingungen angepasst.
Blütensystem: Blütenstand unterhalb des Kronenschafts, verzweigt in zwei Ordnungen. Historische Berichte beschreiben cremefarbene Blüten mit starkem, süßem Duft. Die Blütezeit war Berichten zufolge saisonal und fiel mit dem Beginn der Regenzeit zusammen.
Lebenszyklus: Es liegt nur eine begrenzte Dokumentation vor. Die Keimung dauerte angeblich 3–4 Monate. Das Wachstum wird im Vergleich zu anderen Palmen als „moderat“ beschrieben. Blütezeit unbekannt, wird aber anhand verwandter Arten auf 15–20 Jahre geschätzt. Natürliche Lebensdauer aufgrund frühen Aussterbens unbekannt.
Spezifische Anpassung an unterschiedliche Klimabedingungen. Angepasst an saisonale Dürre und Salzwasser. Der flaschenförmige Stamm speicherte wahrscheinlich Wasser für Trockenzeiten. Wachsartige Blätter reduzierten den Wasserverlust. In den Anbaunotizen wird über ein tiefes Pfahlwurzelsystem berichtet. Die eingeschränkte Anpassungsfähigkeit trug zum Aussterben bei, als der Lebensraum zerstört wurde.
3. Reproduktion und Vermehrung
Samenvermehrung
Historische Aufzeichnungen: Die Samen waren eiförmig und etwa 20–25 mm lang. Die Keimfähigkeit war selbst im frischen Zustand Berichten zufolge gering. In botanischen Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit wurden Keimraten von unter 30 % erwähnt. Vor dem Aussterben wurden keine spezifischen Vermehrungsprotokolle dokumentiert.
Verlorene Techniken: Mit der Art starb auch jegliches traditionelle Vermehrungswissen aus. Die moderne Gewebekultur hätte sie vielleicht retten können, aber die Technologie kam zu spät.
4. Anbauanforderungen
Historische Anbauhinweise: Begrenzte Aufzeichnungen geben die erforderlichen Arten an:
- Volle Sonne bis leichter Schatten
- Gut durchlässiger, leicht alkalischer Boden
- Mäßige Wassergaben während des Wachstums, Trockenheitstoleranz nach der Etablierung
- Schutz vor starken Winden trotz Küstenherkunft
- Temperaturbereich 18–35 °C basierend auf dem natürlichen Klima
Verpasste Gelegenheiten Moderne Anbautechniken hätten dort Erfolg haben können, wo historische Bemühungen scheiterten. Das Aussterben der Art erfolgte, bevor man die Ernährung und die speziellen Pflegeanforderungen der Palme kannte.
5. Krankheiten und Schädlinge
Faktoren, die zum Aussterben beigetragen haben: Historische Aufzeichnungen erwähnen eine Anfälligkeit für Schildläuse und eine „Vergilbungskrankheit“ (möglicherweise tödliche Vergilbung). Eingeführte Ratten fraßen Samen. Konkurrenz durch invasive Pflanzen in degradiertem Lebensraum. Kleine Populationsgrößen erhöhten die Anfälligkeit für Krankheitserreger.
6. Palmenanbau im Innenbereich
Historische Hinweise: Es gibt keine Aufzeichnungen über eine erfolgreiche Kultivierung in Innenräumen. Selbst wenn die Art überlebt hätte, wäre sie aufgrund ihrer Größe und ihres Lichtbedarfs für die Verwendung in Innenräumen ungeeignet gewesen.
7. Landschafts- und Freilandanbau
Historische Landschaftsnutzung: In Kolonialgärten auf Mauritius gab es angeblich Exemplare. Geschätzt wegen ihrer markanten Stammform und moderaten Größe. Verwendung als Solitärpflanze in formalen Gärten. Alle Landschaftsexemplare gingen bis Mitte des 20. Jahrhunderts verloren.
8. Anbaustrategien für kaltes Klima
Nie getestet. Die Art starb aus, bevor moderne Kälteschutztechniken entwickelt wurden. Aufgrund des natürlichen Klimas wahrscheinlich nur in den Zonen 10b-11 ohne Schutz winterhart.
Abschließende Zusammenfassung
Hyophorbe amaricaulis ist ein warnendes Beispiel für das Aussterben der Palmen. Sie ging der Wissenschaft verloren, bevor sie durch ordnungsgemäße Dokumentation oder Schutzbemühungen gerettet werden konnte. Diese unverwechselbare Flaschenpalme mit dem bittergelben Saft, die in den trockenen Küstenwäldern von Mauritius endemisch war, verschwand in den 1950er Jahren aufgrund von Lebensraumzerstörung, invasiven Arten und möglichen Krankheiten. Historische Aufzeichnungen liefern nur flüchtige Hinweise auf eine Palme, die 6–8 Meter hoch wurde und einen ausgeprägten flaschenförmigen Stamm und blaugrünes Laub hatte. Mit Keimraten von unter 30 % und spezifischen Standortansprüchen konnte sich die Art nicht an vom Menschen veränderte Landschaften anpassen. Trotz gelegentlicher Falschmeldungen gibt es keine nachgewiesenen kultivierten Exemplare. H. amaricaulis stellt nicht nur eine verlorene Art dar, sondern auch ein verlorenes gärtnerisches Potenzial – moderne Vermehrungstechniken und Erkenntnisse hätten diese einzigartige Palme möglicherweise retten können. Ihr Aussterben unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die verbleibenden Hyophorbe-Arten und ihre Lebensräume zu schützen.