Borassus sambiranensis: Ein umfassender Anbauleitfaden für Liebhaber und Sammler.
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Borassus sambiranensis
1. Einleitung
Lebensraum und Verbreitung
Borassus sambiranensis ist ein Endemit Madagaskars und kommt insbesondere in der Region Sambirano im Nordwesten der Insel vor. Diese Palmenart wächst in diesem biogeographisch einzigartigen Gebiet vor allem in tropischen Tieflandwäldern und an Flussufern. Dort ist sie aufgrund der Ausweitung der Landwirtschaft und der Abholzung zunehmendem Lebensraumdruck ausgesetzt.
Taxonomische Klassifizierung
- Königreich: Plantae
- Abteilung: Tracheophyta
- Klasse: Liliopsida
- Ordnung: Arecales
- Familie: Arecaceae
- Gattung: Borassus
- Art: B. sambiranensis Jum. & H.Perrier
Synonyme
Diese Art hat relativ wenige Synonyme, obwohl sie zuvor unter Borassus madagascariensis klassifiziert wurde, bevor sie im frühen 20. Jahrhundert von den Botanikern Henri Jumelle und Henri Perrier de la Bâthie als eigenständige Art anerkannt wurde.
Gebräuchliche Namen
- Sambirano-Fächerpalme
- Madagaskar Palmyra
- Dimaka (lokaler madagassischer Name)
Globale Expansion
Im Gegensatz zu weiter verbreiteten Borassus-Arten wie B. flabellifer (Asiatische Palmyrapalme) ist B. sambiranensis hauptsächlich auf botanische Sammlungen und spezialisierte Palmengärten außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets beschränkt. Eine begrenzte Einführung erfolgte in tropischen botanischen Gärten in Südostasien, Florida und Hawaii, wo sie eher als Erhaltungsexemplar denn als weit verbreitete Zierpflanze dient.
2. Biologie und Physiologie
Morphologie
Stamm : Borassus sambiranensis entwickelt einen robusten, einzelnen Stamm, der eine Höhe von 15 bis 20 Metern und einen Durchmesser von 50 bis 60 cm erreichen kann. Der Stamm ist charakteristisch grau mit einer leichten Wölbung in der Mitte und weist markante, in ordentlichen Ringen angeordnete Blattnarben auf.
Blätter : Die Art bildet massive, fächerförmige Blätter mit einem Durchmesser von bis zu 3 Metern. Jede ausgewachsene Palme trägt typischerweise eine Krone aus 12–16 Blättern. Die Blattstiele sind robust, 1,5–2 Meter lang und mit scharfen, schwarzen Randstacheln versehen, die die Palme vor Pflanzenfressern schützen.
Blütensystem : Borassus sambiranensis ist zweihäusig, d. h. die einzelnen Palmen sind entweder männlich oder weiblich. Männliche Blütenstände entwickeln sich zu großen, verzweigten Gebilden mit zahlreichen kätzchenartigen Zweigen, die kleine, cremefarbene Blüten tragen. Weibliche Blütenstände sind weniger verzweigt, aber robuster und tragen weniger, aber größere Blüten, die sich nach der Bestäubung zu kräftigen Früchten entwickeln.
Lebenszyklus
Diese Palme durchläuft den typischen Lebenszyklus einer einkeimblättrigen Palme. Er beginnt mit einer langen Keimungsphase, gefolgt von einer Etablierungsphase, die durch zunehmende Blattgröße gekennzeichnet ist. Die Jugendphase kann 10–15 Jahre dauern, bevor sich der Stamm zu bilden beginnt und das vertikale Wachstum einsetzt. Die Geschlechtsreife wird in der Regel nach 20–25 Jahren erreicht, und die Palme kann unter optimalen Bedingungen über ein Jahrhundert alt werden.
Spezifische Anpassungen
Borassus sambiranensis hat verschiedene Anpassungen an seinen tropischen Lebensraum entwickelt. Sein tiefes Wurzelsystem ermöglicht den Zugang zum Grundwasser während saisonaler Trockenperioden, während die dicke, wachsartige Kutikula seiner Blätter den Wasserverlust reduziert. Die Palme zeigt eine mäßige Toleranz gegenüber periodischen Überschwemmungen, die in ihrem Flusslebensraum häufig vorkommen. An längere Dürreperioden oder starke Temperaturschwankungen außerhalb ihrer tropischen Komfortzone ist sie jedoch nur eingeschränkt anpassungsfähig.
3. Reproduktion und Vermehrung
Samenvermehrung
Samenmorphologie und -diversität
Borassus sambiranensis bildet große, eiförmige Früchte mit 1–3 Samen. Jeder Samen ist von einem faserigen Mesokarp umgeben und misst etwa 5–7 cm in der Länge. Die Samen besitzen ein hartes Endokarp mit drei Keimporen, von denen eine die Embryonalentwicklung während der Keimung fördert.
Samensammlung und Keimfähigkeitsprüfung
Samen sollten von reifen, abgefallenen Früchten gesammelt werden, die typischerweise eine gelbliche bis orange-braune Färbung aufweisen. Die Keimfähigkeit kann durch die Wasserflotation (kein keimfähige Samen sinken) bestimmt und, sofern Laboreinrichtungen vorhanden sind, durch einen Tetrazoliumtest bestätigt werden. Frische Samen behalten bei sachgemäßer Lagerung in leicht feuchtem Torf bei 21–24 °C 2–3 Monate lang eine Keimfähigkeit von ca. 80 %.
Behandlungen vor der Keimung
Aufgrund ihrer dicken, harten Samenschalen profitieren Borassus sambiranensis-Samen von spezifischen Vorbehandlungen:
- Mechanische Skarifizierung in der Nähe einer Keimpore (Vorsicht, um den Embryo nicht zu beschädigen)
- Einweichen in warmem Wasser (35-40°C) für 48-72 Stunden, täglicher Wasserwechsel
- Anwendung einer Fungizidlösung zur Vorbeugung von Infektionen während des langwierigen Keimprozesses
Keimungstechniken
Zu den optimalen Keimbedingungen gehören:
- Temperatur: Konstant 28-32°C
- Substrat: Gut durchlässige Mischung aus Perlite und Torf (Verhältnis 1:1)
- Luftfeuchtigkeit: 80-90 % relative Luftfeuchtigkeit
- Platzierung: Die Samen sollten horizontal mit seitlich positionierten Keimporen platziert und bis zur Hälfte ihrer Tiefe im Substrat vergraben werden
Keimungsschwierigkeiten
Borassus sambiranensis gilt als schwer keimfähig, wobei die Erfolgsraten selbst unter kontrollierten Bedingungen typischerweise unter 50 % liegen.
Keimzeit
Die Keimung erfolgt deutlich langsamer. Die ersten Wurzeln bilden sich nach 3–5 Monaten. Bis zur vollständigen Keimung mit der Entwicklung des ersten Eophylls (erste Blätter) können nach der Aussaat 8–12 Monate vergehen.
Sämlingspflege
Die frühe Entwicklung erfordert:
- Aufrechterhaltung einer hohen Luftfeuchtigkeit (70–80 %)
- Gefiltertes Licht (30–50 % volle Sonne)
- Regelmäßiges, aber minimales Gießen, um leicht feuchte Bedingungen ohne Staunässe aufrechtzuerhalten
- Schutz vor kalter Zugluft und Temperaturen unter 18°C
- Vierteljährliche Anwendung eines verdünnten, ausgewogenen Düngers (NPK 10-10-10) mit einer Stärke von einem Viertel
Fortgeschrittene Keimungstechniken
Für kommerzielle oder konservatorische Zwecke können die Keimraten durch Folgendes verbessert werden:
- Anwendung von Gibberellinsäure (GA3) bei 500-1000 ppm zur Unterbrechung der Samenruhe
- Aufrechterhaltung der Bodenwärme (30-32°C) während der gesamten Keimzeit
- Einsatz von In-vitro-Techniken für seltene Proben, wodurch die Erfolgsrate auf 70–80 % gesteigert werden kann
4. Anbauanforderungen
Lichtanforderungen
Artspezifische Lichttoleranz
Borassus sambiranensis weist im Laufe seines Lebenszyklus einen schwankenden Lichtbedarf auf:
- Sämlinge: 30–50 % volle Sonne (halber Schatten)
- Jungtiere: 50–70 % volle Sonne (Halbschatten)
- Ausgewachsene Exemplare: 70–100 % volle Sonne (volle Sonne bis leichter Schatten)
Die Palme entwickelt sich besser und produziert kräftigere Blätter, wenn sie unter hellen Bedingungen wächst. Junge Pflanzen müssen jedoch vor der intensiven Mittagssonne geschützt werden.
Saisonale Lichtschwankungen
Beim Anbau außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets kann in gemäßigten Regionen während der Wintermonate zusätzliche Beleuchtung erforderlich sein, um täglich mindestens 6 Stunden helles Licht zu gewährleisten. Sinkt die Lichtintensität unter diesen Schwellenwert, verlangsamt sich das Wachstum deutlich.
Künstliche Beleuchtung
Für den Indoor-Anbau können leistungsstarke LED-Wachstumslampen mit ausgewogenem Spektrum (einschließlich roter und blauer Wellenlängen), die 50–80 cm über der Krone angebracht sind, das natürliche Licht effektiv ergänzen. Eine Photoperiode von 12–14 Stunden wird empfohlen.
Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement
Optimale Temperaturbereiche
- Optimales Wachstum: 25–32 °C tagsüber, 20–24 °C nachts
- Akzeptabler Bereich: 18–35 °C
- Belastungsschwelle: Unter 15°C oder über 38°C (längere Exposition kann zu Schäden führen)
Kältetoleranzschwellen
Borassus sambiranensis weist eine geringe Kälteresistenz auf; bei Temperaturen unter 12 °C treten Schäden auf. Ausgewachsene Exemplare können kurze Temperaturen von 10 °C tolerieren, längere Temperaturen in diesem Bereich verursachen jedoch physiologischen Stress und machen die Pflanze anfällig für Pilzbefall.
Feuchtigkeitsanforderungen
Diese Art gedeiht bei einer Luftfeuchtigkeit von 60–80 %. Unter 40 % beginnen die Blattspitzen braun zu werden und der Austrieb neuer Blätter wird behindert. In Umgebungen mit geringer Luftfeuchtigkeit empfiehlt sich regelmäßiges Besprühen oder die Verwendung von Feuchtigkeitsschalen, insbesondere bei im Container gezogenen Exemplaren.
Boden und Ernährung
Ideale Bodenzusammensetzung
Borassus sambiranensis gedeiht am besten in einem gut durchlässigen, aber feuchtigkeitsspeichernden Boden mit den folgenden Eigenschaften:
- pH-Wert: 5,8–6,5 (leicht sauer)
- Zusammensetzung: 40 % hochwertiger Lehm, 30 % grober Sand oder Perlite, 20 % kompostierte organische Substanz, 10 % feine Holzkohle
- Struktur: Mittlere Textur mit ausgezeichneter Belüftung und mäßiger Wasserspeicherung
Nährstoffbedarf
- Stickstoff (N): Mäßig bis hoch während aktiver Wachstumsphasen
- Phosphor (P): Mäßige Werte, wichtig während der Etablierung und Blüte
- Kalium (K): Hoher Bedarf, besonders wichtig für die Stammentwicklung und Krankheitsresistenz
- Calcium (Ca): Mäßiger Bedarf für die Zellwandentwicklung
- Magnesium (Mg): Unverzichtbar für die Chlorophyllproduktion und die Verhinderung der Gelbfärbung zwischen den Blattadern
Düngungsansätze
Bei etablierten Palmen wenden Sie entweder Folgendes an:
- Biologisch: Vierteljährliche Anwendung von ausgewogenem Komposttee, ergänzt mit Algenextrakt
- Synthetisch: Kontrolliert freisetzender Dünger (NPK 12-4-12 + Mikronährstoffe), der dreimal jährlich in der vom Hersteller empfohlenen Menge angewendet wird
Mikronährstoffmanagement
Borassus sambiranensis reagiert besonders empfindlich auf Mangan- und Eisenmangel, der sich als Interkostalchlorose an jüngeren Blättern äußert. Es wird empfohlen, jährlich ein komplettes Mikronährstoffpaket zu verabreichen. Achten Sie dabei besonders auf die Aufrechterhaltung ausreichender Mengen an:
- Eisen (Fe): Blattanwendung bei ersten Anzeichen eines Mangels
- Mangan (Mn): In Bodenanwendungen einarbeiten
- Bor (B): Wird in minimalen Mengen benötigt, ist aber für neues Wachstum unerlässlich
Wassermanagement
Bewässerungshäufigkeit
- Sämlinge: Substrat gleichmäßig feucht halten, ohne zu sättigen
- Jungpflanzen: Gründlich gießen, wenn die oberen 2-3 cm der Erde zu trocknen beginnen
- Etablierte Palmen: Während der Wachstumsperiode alle 7–10 Tage gründlich gießen, wobei der Boden zwischen den Wassergaben mäßig trocknen kann
Dürretoleranz
Ausgewachsene Exemplare weisen nach der Etablierung eine mäßige Trockenheitstoleranz auf, zeigen jedoch bei längeren Trockenperioden von mehr als 3–4 Wochen ein deutlich verringertes Wachstum und potenzielle Kronenschäden.
Überlegungen zur Wasserqualität
Borassus sambiranensis zeigt eine Empfindlichkeit gegenüber Problemen mit der Wasserqualität:
- Chlor: Leitungswasser vor Gebrauch 24 Stunden stehen lassen oder gefiltertes Wasser verwenden
- Salzgehalt: Halten Sie den EC unter 1,0 mS/cm, um Blattspitzennekrosen vorzubeugen
- Alkalinität: Bei stark alkalischem Wasser (über 150 ppm CaCO₃) kann eine Ansäuerung erforderlich sein, um den richtigen pH-Wert des Bodens aufrechtzuerhalten.
Entwässerungsanforderungen
Eine gute Drainage ist entscheidend, um Wurzelfäule zu vermeiden. Im Container gezüchtete Exemplare sollten mehrere Drainagelöcher und 2–3 cm Drainagematerial am Boden haben. Landschaftspflanzen profitieren von der Pflanzung auf leichten Hügeln in schweren Böden.
5. Krankheiten und Schädlinge
Häufige Probleme bei der Kultivierung
Physiologische Störungen
- Blattspitzenbrand: Verursacht durch niedrige Luftfeuchtigkeit, übermäßigen Dünger oder Mineralablagerungen durch hartes Wasser
- Verkümmertes Wachstum: Zeigt im Allgemeinen Wurzelprobleme, unzureichendes Licht oder Nährstoffmangel an
- Gedeihstörungen: Oft im Zusammenhang mit ungeeigneten Temperaturbereichen oder chronisch durchnässtem Boden
Umweltstress
- Sonnenbrand: Gelbe Flecken auf Blättern, die plötzlicher Erhöhung der Lichtintensität ausgesetzt sind
- Kälteschäden: Fortschreitende Bräunung von den Blattspitzen nach innen nach Einwirkung von Temperaturen unterhalb der Toleranzschwelle
- Transplantationsschock: Vergilbung der Blätter und Ausbleiben des Neuwachstums für 4–8 Monate nach Wurzelstörung
Krankheitserkennung und -management
Pilzpathogene
- Ganoderma-Stammfäule: Erkennbar an Pilzkörpern an der Stammbasis und innerer Fäulnis
- Management: Keine wirksame Behandlung; infizierte Exemplare entfernen, um eine Ausbreitung zu verhindern
- Blattfleckenkrankheiten (Pestalotiopsis, Bipolaris): Kreisförmige bis unregelmäßige braune Flecken mit gelben Höfen
- Management: Luftzirkulation verbessern, Überkopfbewässerung vermeiden, kupferbasierte Fungizide anwenden
- Knospenfäule (Phytophthora palmivora): Der zentrale Wachstumspunkt wird schwarz und verrottet, oft tödlich
- Management: Vorbeugende Fungizide während nasser Perioden, sorgen Sie für eine hervorragende Drainage
Bakterielle Infektionen
- Bakterielle Knospenfäule: Übelriechender Verfall des zentralen Wachstumspunkts
- Behandlung: Im fortgeschrittenen Stadium kaum behandelbar; Vorbeugung durch Hygiene und Vermeidung der Wundbildung
Schädlingsidentifizierung und -bekämpfung
Arthropodenschädlinge
- Spinnmilben: Verursachen eine Punktierung und Bräunung der Blattoberflächen, bei starkem Befall sichtbare Gespinste
- Management: Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit, wenden Sie insektizide Seife oder Gartenbauöl an
- Schildläuse: Erscheinen als unbewegliche Beulen auf Blattunterseiten und Blattstielen
- Management: Manuelle Entfernung, Anwendung von Gartenbauöl, systemische Insektizide bei starkem Befall
- Palmenblattläuse: Ansammlungen kleiner Insekten auf neuem Wachstum verursachen Verformungen
- Management: Starker Wasserspray, insektizide Seife, Einführung natürlicher Fressfeinde
Wirbeltierschädlinge
- Nagetiere: Können sich entwickelnde Samen und Setzlinge schädigen
- Management: Physische Barrieren, Nagetierabwehr, saubere Anbaupraktiken
- Vögel: Gelegentlich beschädigen sie Früchte und Samen
- Management: Netze während der Fruchtperiode, wenn das Sammeln der Samen wichtig ist
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Ein ganzheitlicher Ansatz, der Folgendes kombiniert:
- Regelmäßige Kontrollen zur Früherkennung
- Aufrechterhaltung optimaler Wachstumsbedingungen zur Reduzierung von Pflanzenstress
- Biologische Bekämpfung (Raubmilben, Marienkäfer) als erste Maßnahme
- Gezielte chemische Bekämpfung nur bei Bedarf
- Kulturelle Praktiken, die den Schädlingsdruck minimieren
6. Palmenanbau im Innenbereich
Besondere Pflege bei Wohnverhältnissen
Behälterauswahl
Borassus sambiranensis benötigt aufgrund seines robusten Wurzelsystems große Behälter:
- Material: Terrakotta oder dicker Kunststoff sorgt für Stabilität bei dieser potenziell kopflastigen Palme
- Größe: Beginnen Sie mit Behältern mit 30-40 cm Durchmesser für Setzlinge und vergrößern Sie diese bei jedem Umtopfen um 15-20 cm
- Drainage: Mehrere große Drainagelöcher sind unerlässlich
Überlegungen zur Platzierung
- Licht: Positionieren Sie es in der Nähe von Süd- oder Ostfenstern mit hellem, indirektem Licht
- Temperatur: Halten Sie 21–28 °C ein, fern von kalter Zugluft, Lüftungsöffnungen von Klimaanlagen oder Heizquellen
- Luftfeuchtigkeit: Ergänzen Sie die Umgebungsfeuchtigkeit durch Gruppierung mit anderen Pflanzen, Verwendung von Feuchtigkeitsschalen oder Raumbefeuchtern
Raumluftqualität
Borassus sambiranensis weist mäßige luftreinigende Eigenschaften auf, benötigt aber eine gute Luftzirkulation, um Pilzbefall vorzubeugen. Gelegentliches Reinigen der Blätter mit einem feuchten Tuch entfernt Staub und verbessert die photosynthetische Effizienz.
Umtopfen und saisonale Pflege
Umtopfvorgang
- Zeitpunkt: Am besten im frühen Frühjahr, wenn neues Wachstum beginnt
- Häufigkeit: Alle 2-3 Jahre für junge Exemplare, seltener, wenn die Palme reift
- Methode: Vorsichtig aus dem Behälter nehmen, Wurzelstörungen minimieren, auf gleicher Bodenhöhe in neuen Behälter positionieren
- Pflege nach dem Umtopfen: Höhere Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten, 6-8 Wochen lang auf Düngung verzichten
Winterpflege
- Licht: Ergänzen Sie die Beleuchtung mit Wachstumslampen, wenn das natürliche Licht unter 6 Stunden täglich sinkt.
- Gießen: Reduzieren Sie die Häufigkeit um etwa 30–40 %, lassen Sie die Pflanze zwischen den Gießvorgängen etwas länger trocknen.
- Temperatur: Halten Sie auch während der Nachtstunden mindestens 18 °C ein
- Düngung: Während der Wintermonate (November-Februar auf der Nordhalbkugel) aussetzen
7. Landschafts- und Freilandanbau
Etablierung und Pflege in Landschaften
Pflanztechniken für den Erfolg
- Zeitpunkt: Frühe Wachstumsperiode, wenn die Bodentemperatur 21 °C übersteigt
- Standortvorbereitung: Boden in einem Pflanzbereich gründlich verbessern, der 2-3 Mal so breit ist wie der Wurzelballen
- Pflanztiefe: Die Palme mit der Wurzelballenspitze knapp über dem Boden positionieren (2-5 cm)
- Erste Stabilisierung: Größere Exemplare profitieren von einer stützenden Abstützung für 6–12 Monate
Langfristige Wartung
- Schnitt: Nur vollständig braune Blätter entfernen; niemals grüne oder teilweise grüne Wedel abschneiden
- Mulchen: Halten Sie eine 7-10 cm dicke organische Mulchschicht und einen Abstand von 10-15 cm zum Stamm ein.
- Reinigung: Jährliches Entfernen alter Blattbasen, wenn sie sich auf natürliche Weise vom Stamm zu lösen beginnen
- Inspektion: Vierteljährliche Untersuchung auf Anzeichen von Nährstoffmangel oder Schädlingsbefall
Besondere Überlegungen
- Wurzelkonkurrenz: Vermeiden Sie das Pflanzen im Umkreis von 5-6 Metern um große Bäume oder Bauwerke
- Versorgungsbedenken: Berücksichtigen Sie die Höhe (15–20 m) und die Kronenbreite (5–6 m) im Verhältnis zu den oberirdischen Versorgungsleitungen.
- Visuelle Planung: Berücksichtigen Sie die markante Silhouette in der Landschaftsgestaltung, indem Sie sie als Blickpunkte oder vertikale Akzente verwenden
8. Anbaustrategien für kaltes Klima
Bewertung der Kälteresistenz
Borassus sambiranensis weist eine sehr eingeschränkte Kälteresistenz auf. Schäden treten bereits bei Temperaturen unter 12 °C auf, bei 7–8 °C sind schwere Schäden wahrscheinlich. Dies beschränkt den zuverlässigen Freilandanbau auf die USDA-Winterhärtezonen 11–12.
Winterschutzsysteme
Temporäre Schutzmethoden
Für Randklimate mit kurzen Kälteperioden:
- Anwendung von Antitranspirant-Sprays zur Reduzierung des Wasserverlusts in kalten Perioden
- Temporäre Rahmenkonstruktionen, die mit Frostschutzvlies abgedeckt sind und einen Schutz von 2–4 °C bieten
- Basisschutz mit dicker Mulchschicht zur Isolierung der Wurzelzone
- Stammumwicklung mit isolierenden Materialien wie Palmenstiefeln oder speziellen Baumumwicklungen
Überlegungen zum dauerhaften Schutz
Für Regionen mit regelmäßig suboptimalen Temperaturen:
- Bepflanzung von Süd- oder Westwänden zur Erzeugung von Strahlungswärme
- Installation von Überkopfschutzsystemen für kleinere Proben
- Erdverlegte Heizkabel zur Temperaturhaltung im Wurzelbereich (Spezialinstallation)
- Die Auswahl alternativer Borassus-Arten mit größerer Kältetoleranz könnte praktischer sein
Empfehlungen für Winterhärtezonen
- Zuverlässiger Anbau im Freien: USDA-Zonen 11-12
- Geringe Freilandkultivierung mit Schutz: USDA Zone 10b
- Containeranbau mit Winterschutz: USDA-Zonen 9-10a
- Nur Indoor-/Gewächshausanbau: USDA-Zonen 8 und darunter
Winterschutzmaterialien
- Frostschutzgewebe (Landwirtschaftsgewebe): Bietet 2–3 °C Schutz und ermöglicht gleichzeitig Licht- und Luftaustausch
- Glühlampenbeleuchtung: Eine strategische Platzierung in der Krone kann für lokale Wärme sorgen
- Thermische Masse: Wassergefüllte Behälter in der Nähe der Basis können Temperaturschwankungen ausgleichen
- Kommerzielle Palmenmäntel: Spezialprodukte zum Schutz tropischer Palmen bei kurzen Kälteperioden
Diese umfassende Studie bietet detaillierte Informationen zur Kultivierung von Borassus sambiranensis, von der Biologie und Vermehrung bis hin zu speziellen Pflegetechniken. Die Informationen sollen sowohl Anfängern als auch erfahrenen Palmenliebhabern dabei helfen, diese unverwechselbare Madagaskar-Fächerpalme erfolgreich zu züchten und zu pflegen.